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Religion Buddhismus

Buddhismus Foto: Patrice Kunte Beim Ullambana-Fest in der Pagode Vien Giac in Hannover wird der Verstorbenen gedacht
Buddhistinnen und Buddhisten

Schätzungen gehen von etwa 350 Millionen Buddhisten weltweit aus. Für Deutschland nimmt man eine Zahl von etwa 250.000 Buddhisten an. Rund die Hälfte dieser Menschen ist eingewandert oder stammt aus buddhistischen Migrationsfamilien. Die andere Hälfte hat sich für ein Leben als Buddhistin oder Buddhist entschieden.

Der Buddhismus ist in Indien entstanden. Im Laufe der Geschichte hat er sich über Süd- und Ostasien ausgebreitet. Allerdings ist er aus einigen Ländern auch wieder verschwunden. Im Ursprungsland Indien gibt es heute kaum noch Buddhisten.

In den letzten einhundert Jahren hat sich der Buddhismus in die westlichen Länder ausgebreitet. Überall in Europa, Amerika und Australien sind Buddhisten eingewandert, oder Menschen sind zum Buddhismus übergetreten. Es gibt drei Hauptrichtungen des Buddhismus, die meist als Theravada, Mahayana und Vajrayana bezeichnet werden. Alle Richtungen finden ihre Vertreter auch unter deutschen Buddhisten.

Der Buddha

Der Buddhismus beruft sich auf den historischen Buddha, der wohl um 400 v.u.Z. in Nordindien lebte. Buddha ist ein Ehrentitel, der ein erleuchtetes Wesen bezeichnet. Der Name des historischen Buddha lautete Siddharta Gautama. Ein weiterer Name ist Shakyamuni (›Weiser aus dem Shakyastamm‹). Nach buddhistischer Lehre bestimmt das ›universelle Gesetz von Ursache und Wirkung‹, wie im Kreislauf der Wiedergeburten (samsara) verschiedene Leben aufeinander folgen. Die Wiedergeburt kann erfolgen als Mensch, Tier oder Geistwesen. Gesteuert wird dieser Prozess vom Karma, der Summe aus guten oder bösen Taten.

Siddharta Gautama gilt als ›Buddha‹, als der Erleuchtete, weil er den Weg der Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten fand. Wer dem Buddha auf dem vierfachen Pfad folgt, gelangt aus einem Leben, das von Leid geprägt ist, in das Nirwana, und der Kreislauf hat ein Ende.

Foto: Patrice Kunte Der Altar des Tibet-Zentrums in Hannover ist mit Opferschalen geschmückt
Richtungen

Der Theravada-Buddhismus (›Buddhismus der Alten‹) ist vor allem in Sri Lanka, Myanmar (Birma), Thailand, Laos und Kambodscha verbreitet. Das Ideal dieser Richtung ist der Arhat, ein Heiliger, der den Weg zur Erlösung allein geht. Mahayana bedeutet ›Großes Fahrzeug‹. In dieser Richtung geht es darum, dass möglichst viele Menschen mit Hilfe von erleuchteten Wesen, so genannten Boddhisattvas, den Weg zur Erlösung finden. Heimatländer des Mahayana sind China, Japan, Korea und Vietnam.

Die dritte Richtung des Buddhismus ist als Vajrayana oder Tantrayana bekannt. Sie hat viel mit dem Mahayana gemeinsam. Allerdings hat sie Elemente aus dem um 600 n.u.Z. entstandenen indischen Tantra übernommen, bei dem verschiedene esoterische Praktiken eine Rolle spielen. Der Vajrayana-Buddhismus ist vor allem in Tibet und der Mongolei zuhause. Andere Formen des Buddhismus gehören in diese drei Hauptrichtungen hinein. Der Zen-Buddhismus sowie der ›Reines Land- Buddhismus‹, dem viele Vietnamesen in Deutschland angehören, vertreten die Mahayana-Richtung.

Praxis

Zentral für den Buddhismus ist die Dreiheit von Buddha (Verehrung), Dharma (Buddhistische Lehre) und Sangha (Buddhistische Gemeinschaft von Mönchen, Nonnen und Laien). In den asiatischen Ländern ist der Buddhismus eine Volksreligion. In Europa und Nordamerika leben Buddhisten in kleineren Gruppen, die Anschluss an buddhistische Gemeinschaften weltweit suchen.

Während Meditation in den asiatischen Ländern vielfach nur in Klöstern praktiziert wird, spielt sie in westlichen Ländern auch für Laien eine wichtige Rolle. Die Statue zeigt den Buddha in meditativer Haltung. Er wird im Buddhismus als erleuchteter Mensch verehrt. Buddhistinnen und Buddhisten folgen seinem Vorbild und seiner Lehre nach.